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Wracks der Audace (TA 20), Melpomene (UJ 202) und Spingarda (UJ 208)

An einem einzigen Tag, dem 1. November 1944, versenkten die britischen Zerstörer Avon Vale und Wheatland vor der Westküste der kroatischen Insel Pag gleich drei deutsche Kriegsschiffe. Die Wracks von zwei U-Boot-Jägern und einem Torpedoboot sind exklusive Ziele für Tech-Taucher. Da sie alle drei in sehr großen Tiefen von etwa 80 Metern am Meeresgrund liegen, sind ihre Überreste für Sporttaucher nicht zugänglich.

Das Torpedoboot TA 20, ehemals Audace

Das Wrack der Audace (TA 20)
Position: 4437.378'N - 01438.049'E
(GPS-Koordinaten zur Verfügung gestellt von Adriatic Divers - Špela Sub, Novalja)

In seiner letzten Mission hieß das Torpedoboot der deutschen Marine, das vor der Westküste von Pag auf Grund liegt, TA 20 (das Kürzel steht für Torpedoboot Ausland). Ein Jahr bevor das Schiff während des Zweiten Weltkrieges in der Adria versenkt wurde, hatte die deutsche Marine das zuvor italienische Schiff Audace in Besitz genommen und umbenannt. Heute ruhen der 87 Meter lange und acht Meter breite Rumpf in 80 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund. Die unteren Teile des leicht nach rechts geneigten Schiffes sind von Sandboden bedeckt.

Am Wrack der Audace oder TA 20 können Tech-Taucher nach Flaschenresten Ausschau halten. Kurz bevor das Kriegsschiff versenkt wurde, hatte die deutsche Besatzung zahlreiche Flaschen aus dalmatinischen Likörfabriken an Bord gebracht.

Das Wrack der Melpomene (UJ 202)
Position: 4436.308'N - 01441.651'E
(GPS-Koordinaten zur Verfügung gestellt von Adriatic Divers - Špela Sub, Novalja)

Der U-Boot-Jäger UJ 208 oder Spingarda

Nach der Kapitulation Italiens beschlagnahmte die deutsche Marine zahlreiche italienische Schiffe. So auch die beiden Korvetten Melpomene und Spingarda, die fortan die Namen UJ 202 und UJ 208 (das Kürzel steht für U-Boot-Jäger) erhielten und bei der U-Boot-Abwehr eingesetzt wurden.

In 80 Metern Tiefe erreichen Tech-Taucher das stark beschädigte Schiff, dessen Heck durch eine Explosion an Bord abgerissen wurde und nach oben zeigt. Sehenswert sind eine gut erhaltene Kanone sowie herumliegendes Geschirr wie Töpfe aus der Bordküche.

Bei der Erkundung der Kommandobrücke hingegen ist äußerste Vorsicht angebracht, da Sand und Schlick große Teile der Melpomene oder UJ 202 bedecken und die Sicht hier sehr eingeschränkt ist.


Das Wrack der Spingarda (UJ 208)
Position: 4435.409'N - 01441.440'E
(GPS-Koordinaten zur Verfügung gestellt von Adriatic Divers - Špela Sub, Novalja)

Etwas weiter südlich, in 82 Metern Tiefe, hat das Schwesterschiff Spingarda oder UJ 208 seine letzte Ruhestätte in der Adria gefunden. Große Teile des Wracks sind von Sand und Schlamm bedeckt. Die Sichtverhältnisse rund um das zerstörte Schiff lassen häufig zu wünschen übrig. Gut in der Tiefe zu erkennen sind im Schein der Taucherlampen lediglich die Granatwerfer des versenkten Kriegsschiffes.

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