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Thema des Monats - November 2013

Zagreb: Hotspots für Herzensbrecher und gebrochene Herzen

Exponate des Museums - Foto: Museum of Broken Relationships

Seit Menschengedenken hat die Liebe Maler, Dichter und Musiker inspiriert. So auch die beiden Kroaten Olinka Vištica und Dražen Grubišić. Als die Liebesgeschichte der beiden Künstler zu Ende ging, gründeten sie in Zagreb das Museum der gebrochenen Herzen. Nicht nur wegen des Museums ist die Hauptstadt eine Reise wert.

Eigentlich heißt es Museum für zerbrochene Beziehungen, aber die meisten nennen es einfach Museum der gebrochenen Herzen. Seit seiner Gründung im Jahr 2006, also dem Jahr, als Olinka Vištica und Dražen Grubišić sich trennten, sind zahlreiche Ausstellungsstücke aus aller Welt hinzugekommen. Eine Axt, mit der ein Eifersüchtiger das Mobiliar seiner Ex in Stücke schlug oder ein zurückgelassenes Handy - Symbol für den jähen Abbruch der Kommunikation zwischen ehemals Liebenden.

Jedes Stück der Ausstellung erzählt eine Geschichte - Foto: Museum of Broken Relationships

Die Ausstellung war schon in Buenos Aires, Berlin und Belgrad zu Gast. Aber auch in Taiwan, den USA und Südafrika. Jedes Stück, darunter so symbolträchtige Exponate wie ein Hochzeitskleid oder Handschellen, erzählt eine Geschichte von Liebe, Leid und Trennung.

Vor zwei Jahren erhielt das in einem Barockpalast in der Zagreber Oberstadt untergebrachte Ausstellungshaus den Kenneth Hudson Award, ein Preis für das innovativste Museum Europas.

Nach all den persönlichen Tragödien, die sich hinter verschlossen gebliebener Champagner-Flaschen oder einem Tränen-Behälter verbergen, können Besucher sich im Café für frisch Getrennte sammeln. Bei guter Musik, frisch gebrühtem Kaffee und Lavendel-Keksen, stehen die Chancen gut, das Vergangene einen Moment lang zu vergessen.

Der Lebensbrunnen des Bildhauers Ivan Meštrović

Wer eine Trennung verdaut hat, kann den Blick nach vorn richten. Zagrebs Hoffnungsschimmer liegt am Marschall-Tito-Platz (Trg Maršala Tita), Standort des berühmten, im 19. Jahrhundert von Wiener Architekten erbauten Nationaltheaters. Hier befindet sich eine vielen unbekannte Touristenattraktion. Ein paar Stufen geht es hinab, dann erreichen Romantiker ein bronzenes Sinnbild des Lebens, erschaffen von dem Bildhauer Ivan Meštrović: Mit dem Lebensbrunnen und seinen ineinander fließenden Figuren hat der Künstler ein Sinnbild für die Liebe geschaffen.

Anders als die Romeo-und-Julia-Stadt Verona steht Zagreb eben nicht nur für Liebeskummer, sondern auch für erfüllte Liebe. Der Lebensbrunnen ist der romantischte Ort weit und breit.

Das Museum of Broken Relationships hat täglich (außer 1.11.) von 9 bis 21 Uhr (24. und 31.12. von 9 bis 15 Uhr) geöffnet (Ćirilometodska 2, 10000 Zagreb)



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